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Bautrends 2021

  • Mein Haus

- Der rücksichtsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen und neue, intelligente Wohnmodelle werden das zukünftige Bauen und Modernisieren prägen. Baufamilien und Wohneigentümergemeinschaften gehen schon heute neue Wege.

  • Trend1: Wohneigentümergemeinschaften sind jetzt am Zug Bild Nr. 6423, Quelle: Kopf & Kopff Architekten / Markus Reuter / BHW Bausparkasse
  • Trend2: Stark ausbaufähig: Recycling von Baustoffen Bild Nr. 6424, Quelle: www.baufritz.de / Tom Jasny / BHW Bausparkasse
  • Trend3: Neue Qualität: Gemeinsames Wohnen spart Kosten Bild Nr. 6425, Quelle: einszueins architektur / Hertha Hurnaus / BHW Bausparkasse

Trend 1: Schneller am Ziel: Gemeinsam modernisieren

Raus aus der Individualisierung, rein in die „intelligente“ Gemein­schaft: Die neue Novelle für Eigen­­tümer­­gemeinschaften (WEGs) könnte einen kräftigen Sanierungs­­schub auslösen – wenn Verwalter und Eigentümer clever agieren. Hohe Instand­­setzungs­­rücklagen, aber kein Moder­nisierungs­­plan – in vielen Wohn­­eigentümer­­gemein­schaften herrscht Sanierungs­­stau. Bislang scheiterten viele, selbst dringende Sanierungs­­vorhaben am Zusammen­­spiel von untätigen Verwaltern, fehlender Expertise und sperrigen Wegen zu Mehr­heits­entscheidungen. Ein knappes Viertel der Wohnungen in Deutschland liegt in Gebäuden, die Wohnungs­­eigentümer­­gemeinschaften (WEG) gehören. 70 Prozent dieser Wohnungen sind jedoch unsaniert. Sie bieten damit ein stattliches Potenzial, den Gebäude­­energie­­verbrauch in Deutschland zu reduzieren. Unter den Besitzern von Eigentums­­wohnungen und baugleichen Reihen­­häusern wächst daher die Erkenntnis, dass sich gemeinschaftlich betriebene Sanierungen auszahlen. Mit kompetenten Verwaltern an ihrer Seite können sie als Einkaufs­­allianzen bessere Preise aushandeln, sich die Kosten für Architekten und zertifizierte Berater teilen und staatliche Förderung erhalten. Dass die Investition lohnt, rechnet die Deutsche Energie-Agentur (dena) vor. Sie prognostiziert, dass eine optimal sanierte Immobilie gegenüber einer unsanierten in 20 Jahren über 100.000 Euro Energie­kosten einspart. Kommunen wie etwa Freiburg gehen so weit, dass sie proaktiv Haus­besitzer bau­gleicher Reihen­häuser ansprechen und zum gemein­samen Handeln bewegen. „Das neue Wohnungs­­eigentums­­gesetz dürfte die Abstimmungs­­verfahren erleichtern und den Weg frei machen für intelligente Sanierungs­­vorhaben“, sagt Jan Ebert von der BHW Bausparkasse. „Es braucht aber auch mehr Bau­unter­nehmen, die intelligente Konzepte für Gemeinschafts­­sanierungen anbieten, damit die Eigen­tümer schneller ans Ziel kommen.“


Trend 2: Ressourcen schonen – Klima schützen!

Wenn es beim Bauen um Klima­schutz geht, konzen­triert sich die Diskussion seit Jahren auf innovative Heiz­technik, Fenster­tausch und Wärme­dämmung. Doch auch das Recycling von Baustoffen trägt zu einer ressourcen­schonenden Kreis­lauf­wirt­schaft bei. Laut einer aktuellen Umfrage der BHW Bausparkasse teilen viele Deutsche die Forderung nach ressourcen­sparendem Bauen. 60 Prozent sprechen sich dafür aus, beim Bauen ausschließlich recycelte oder recycelbare Baustoffe zu verwenden. Und 40 Prozent plädieren für eine höhere Besteuerung von nicht recycel­baren Materialien. Noch verbraucht der Bau eines mittel­großen Ein­familien­hauses allein 200 Tonnen von der inzwischen weltweit knappen Ressource Sand. Durch konsequentes Recycling von Baustoffen und die dadurch vermiedenen Transporte könnten enorme Mengen an Treib­haus­gasen eingespart werden. Über vier Millionen Tonnen CO2 stößt allein das Bau­haupt­gewerbe in Deutsch­land jährlich aus. „Die Recycling-Vorgaben des Gesetz­gebers sind nicht ausreichend, um den Rohstoff­schatz im Altbau zu heben“, ist Henning Göbel, Vorstands­vorsitzender der BHW Bausparkasse, überzeugt. „Hier braucht es deutlich mehr Anreize.“ 56 Prozent der Deutschen würden laut der BHW Umfrage sogar Mehr­kosten für Bau­stoffe aus Recycling in Kauf nehmen. Statt Stein- und Glas­wolle zu verarbeiten, greifen viele heute schon zu nach­wachsenden Werk­stoffen wie Jute, Zellulose oder Holzfaser.


Trend 3: Teile und wohne!

Willkommen in den 2020er-Jahren! Die Deutschen leben häufiger allein. Viele sehnen sich aber, wenn Corona erst überstanden ist, nach mehr Gemein­schaft. Deshalb könnte das „Cluster-Wohnen“ zum Trend werden – ein neues funktionales Modell zum preis­werten und kreativen Wohnen. Deutschlands über­teuerte Städte hatten sich schon verändert, bevor Corona kam. 55 Prozent der Berliner wohnen in Single-Haus­halten, viele davon Rentner. Der klassische Familien­verbund in der Vier-Zimmer-Wohnung wird vielerorts zur Minder­heit. Auch das Bild vom Rentner­paar, das in der gemein­samen Wohnung alt werden will, stimmt immer weniger. Martin Klaffke erwartet daher neue Modelle: „Der Community-Gedanke wird in unseren Häusern Einzug halten“, ist sich der Direktor des Hamburger Institute for Change Management sicher. Beim Cluster-Wohnen hat jeder Bewohner Rückzugs­möglich­keiten im eigenen Zimmer, inklusive Bad und Teeküche. Kommuni­kation, Kochen und Essen finden in flexibel geschnittenen Gemeins­chafts­räumen statt. Der offene Grund­riss spart in der Stadt teure Wohn­fläche. „Das Modell gleicht der WG, ist aber variabler und großzügiger“, sagt Thomas Mau von der BHW Bausparkasse. „Der private Raum wird reduziert, dafür werden die Gemein­schafts­flächen größer angelegt.“ Moderne Bau­projekte realisieren schon heute solche „Shared Spaces“. Die Bewohner des Vorzeige­projekts Spreefeld in Berlin zum Beispiel wohnen in mehreren Generationen zusammen und haben sich als Genossen­schaft organisiert. Zusammen nutzen sie sogar eine kleine Turn­halle und eine Schreinerei. Die neue Form städtischen Wohnens könnte in Zeiten von Raum­mangel und steigenden Miet­preisen bei den Jungen zunehmend Freunde finden. Die unter 40-Jährigen haben „Sharing“ längst zum Prinzip erhoben.


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