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Trotz Nahost-Konflikt: EZB verlängert Zinspause
Unruhige Märkte, steigende Inflation und große Ungewissheit – die Voraussetzungen für den anstehenden Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) waren schwierig. Dr. Klein, der Baufinanzierer, prognostiziert bei den Baufinanzierungszinsen für die kommenden Wochen eine moderate Schwankungsbreite.
Trotz aller Unruhe Markt gibt es auch einen positiven Aspekt: Der Aufpreis für eine längere Zinsbindung ist momentan sehr gering. Dazu Pfaffinger: „Wer sich die Zinsen für eine Baufinanzierung nicht nur für zehn, sondern für 15 Jahre sichern will, zahlt aktuell oft nur 0,15 bis 0,20 Prozentpunkte mehr. Auch der Aufschlag für eine 20- statt 15-jährige Festschreibung ist mit lediglich 0,05 bis 0,10 Prozentpunkten attraktiv. Es ist daher aus meiner Sicht ratsam, darüber nachzudenken, sich den aktuellen Zins länger als ursprünglich geplant zu sichern.“
Bauzinsen im Mai – anhaltend volatil
Für die kommenden Wochen gilt: Nichts ist so gewiss wie die Ungewissheit. So bleibt die Zinsdynamik vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage in Nahost und der damit verbundenen Energiepreis- und Inflationsentwicklung weiterhin schwer einschätzbar. „Je länger der Krieg im Iran andauert, desto größer ist die Gefahr, dass wir längerfristig hohe Energiepreise und folglich eine steigende Inflation haben werden“, so Pfaffinger. „Das würde die Notenbanken zu Zinserhöhungen veranlassen. Diese wiederum könnten dann über die Marktmechanismen die langfristigen Zinsen, zu denen auch die einer Baufinanzierung gehören, nach oben treiben.“ Gelänge hingegen die Beilegung des Nahost-Konflikts, würde das eine Beruhigung der Energiemärkte mit sich bringen, und die Zinsen könnten ebenfalls entlang der Marktregeln wieder sinken. „Mit Blick auf die Baufinanzierungszinsen rechne ich vor dem Hintergrund der Situation in Nahost weiterhin mit einer erhöhten Volatilität in den kommenden Wochen.“
EZB-Leitzinsen – trotz steigender Inflation keine Veränderung
Die ungewisse Situation im Nahen Osten macht es auch der Europäischen Zentralbank nicht leicht. Fakt ist: Die Inflation ist deutlich gestiegen. So kletterte die Teuerungsrate im März laut Eurostat im Euro-Raum auf 2,6 Prozent, in Deutschland auf 2,8 Prozent und liegt damit nun wieder deutlich oberhalb der von der EZB anvisierten Zwei-Prozent-Marke. „Ginge es nur um die Inflation, hätte die Notenbank die Leitzinsen erhöhen müssen, um die Teuerung zu bekämpfen. Doch es geht eben auch darum, die Konjunktur zu stärken – und da wären steigende Zinsen hinderlich“, erklärt Pfaffinger. „Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Preisschub dem zarten wirtschaftlichen Aufschwung der vergangenen Monate lediglich eine Delle verpasst oder ob die Lage neu bewertet werden muss.“ Die EZB hat die Gesamtsituation auf Basis der ihr vorliegenden Daten so eingeschätzt, dass die Konjunkturbelange wichtiger als Inflationsängste sind und den Leitzins in ihrer Sitzung am 30. April 2026 nicht geändert. Für Pfaffinger heißt das: „Auch wenn wir aktuell höhere Inflationsraten sehen, über das genaue Ausmaß der Teuerung wird die Notenbank erst im Juni ausreichend Informationen haben – dann kann sie zielgerichtet agieren.“ Zwei Zinsschritte hat der Markt bis Jahresende eingepreist – im Juni und im September. Ob es dazu kommen wird, dürfte maßgeblich von der Entwicklung des Nahost-Konflikts abhängen.
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