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Wohnungsneubau 2025: Fertigstellungen auf niedrigstem Stand seit über einem Jahrzehnt
Das Statistische Bundesamt hat jetzt die Baufertigstellungen und den Bauüberhang für das Jahr 2025 sowie Auftragseingang und Umsatz im Bauhauptgewerbe für März 2026 veröffentlicht. Im Jahr 2025 wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das ist ein erneuter Rückgang um 18 Prozent gegenüber den knapp 251.900 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2024.
Der Bauüberhang lag Ende 2025 bei 760.700 Einheiten. Damit verharrt der Bauüberhang auf dem Niveau von 2024 (759.700 Einheiten) und verdeutlicht das hohe, bislang nicht realisierte Bauvolumen.
Die Fertigstellungszahlen kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe:
"Die heutigen Fertigstellungszahlen sind bitter, aber nicht überraschend. 206.600 neue Wohnungen: Das ist die direkte Folge des Genehmigungseinbruchs, der 2022 begann und 2024 mit nur 215.300 genehmigten Wohnungen seinen Tiefpunkt erreichte. Was heute fertig wird, wurde vor zwei bis drei Jahren genehmigt. Hinter diesen Zahlen stehen Hunderttausende Familien, die keine bezahlbare Wohnung finden. Die Durststrecke bei den Fertigstellungen ist noch nicht vorbei.
Die Genehmigungen der Jahre 2023 und 2024, mit 260.100 und 215.300 die schwächsten seit über einem Jahrzehnt, kommen jetzt als Fertigstellungen am Markt an. Auf Basis der Genehmigungsentwicklung rechnen wir für 2026 mit einem Verharren auf niedrigem Niveau bei 210.000 bis 220.000 Wohnungen.
Der Bauüberhang ist aufschlussreich, denn 760.700 genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen zeigen das brachliegende Potenzial. Das sind Projekte, die nach der Genehmigung an der Finanzierung hängen, und denen die gestiegenen Zinsen und Materialpreise zu schaffen machen.
Es gibt aber einen Lichtblick: 2025 wurden 238.100 Wohnungen genehmigt. Das sind 10,6 Prozent mehr als im Vorjahr, der erste Anstieg seit 2021. Im März 2026 kamen weitere 21.800 Genehmigungen hinzu, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Trend zeigt in die richtige Richtung. Aber wir sind weit vom Bedarf entfernt: Für den deutschen Wohnungsmarkt bräuchten wir rund 400.000 Genehmigungen jährlich. Selbst wenn wir dieses Ziel ab sofort erreichten, wäre die Wirkung auf die Fertigstellungen frühestens 2028 spürbar.
Um den Wohnungsbau zu beleben und ab 2027 eine Trendwende einzuleiten, muss die Politik jetzt auf drei Ebenen handeln.
- Erstens muss die Politik die Nachfrage stärken: Die Sonder-AfA im Mietwohnungsbau muss so schnell wie möglich auf den EH-55-Standard ausgeweitet werden. Der Gebäudetyp E muss bis zum Sommer verfügbar sein.
- Zweitens den Bauüberhang abbauen: Finanzierungshürden müssen gesenkt werden, damit genehmigte Projekte endlich realisiert werden.
- Drittens brauchen wir eine einheitliche Baubeginn-Statistik. Zwischen Genehmigung und Fertigstellung liegen zwei bis drei Jahre, in denen wir statistisch blind fliegen. Ohne diese Daten lässt sich der Bauüberhang nur unvollständig einordnen. Auch lässt sich die Wirksamkeit politischer Maßnahmen nicht messen.
Die Branche steht bereit: 923.000 Beschäftigte, verfügbare Kapazitäten, wachsende Ausbildungszahlen. Der Baubedarf ist hoch, aber die Aufträge fehlen. Die Auslastungsquote ist zurzeit unterdurchschnittlich. Es braucht jetzt die Rahmenbedingungen, damit gebaut werden kann."
Auftragseingang und Umsatz für März 2026
Pakleppa: "Beim Umsatz im Bauhauptgewerbe zeigt der März 2026 mit einem realen Plus von 2,5 Prozent (nominal +5,3 Prozent) eine positive Entwicklung. Doch der Blick auf die Auftragseingänge trübt das Bild erheblich: Real lag der Auftragseingang im März 7,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat, nominal minus 2,7 Prozent. Im Dreimonatsvergleich sank der Auftragseingang real um 1,6 Prozent. Der Umsatz spiegelt laufende Projekte wider, der Auftragseingang zeigt die Zukunft. Und die gibt Anlass zur Sorge."
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